Monatsrückblick der Wetterstation Hollenthon / Bucklige Welt

Der August 2020 im Vergleich zum Jahr 2019, zum Jahrzehnt (2009-2018) und zum Klimamittel

"Zu warm, recht sonnig und dennoch extrem feucht"



Ein ehrenamtliches Service des Meteorologen Martin A. Puchegger für die Gemeinde Hollenthon und die Region Bucklige Welt.


TEMPERATURSTATISTIK
2020
2019
2009-2018**)
Klimamittel*)
Monatsmittel der Temperatur
19.5 °C
20.3 °C
19.0 °C
18.0 °C
Höchsttemperatur
29.3 °C (08.)
30.5 °C (10.)
34.2 °C (2013)
-
Tiefsttemperatur
10.7 °C (31.)
11.6 °C (15.)
5.4 °C (2010 )
-
Sommertage (Tage mit >25 Grad)
13
19
-
-
Hitzetage (Tage mit >30 Grad)
0
2
-
-
Frosttage (Tage mit Frost)
0
0
-
-
Eistage (Tage mit ständigem Frost)
0
0
-
-
NIEDERSCHLAGSSTATISTIK
2020
2019
2009-2018**)
Klimamittel*)
Niederschlagssumme
189.4 mm ***)
54.8 mm
99.3 mm
~95 mm
Größter Tagesniederschlag
52.3 mm (16.)
25.6 mm (24.)
-
-
Größter stündlicher Niederschlag
16.5 mm (29., 18 Uhr)
13.1 mm (24., 20 Uhr)
-
-
Tage mit Niederschlag
15
10
-
-
WIND- & SONNENSTATISTIK
2020
2019
2009-2018**)
Klimamittel*)
Höchste Windgeschwindigkeit
67.3 km/h (30., 16 Uhr)
94.7 km/h (07., 20 Uhr)
85 km/h (2016)
-
Sonnenscheindauer
262.5 Std.
275.4 Std.
258 Std.
~230 Std.
Tage mit Sonnenschein
31
31
-
-

*) gemittelte Werte der Umgebung über einen Zeitraum von 30 Jahren (1981-2010) - Klimanormalperiode
**) bei Monatsmittel der Temperatur, Niederschlagssumme und Sonnenscheindauer handelt es sich um gemittelte Werte von 10 Jahren (2009-2018)
***) der Wert wurde von 178.4 mm auf 189.4 mm hochkorrigiert, da der Niederschlagssensor am 3. August verstopft war und statt 15 mm nur 4 mm Regen registriert wurden (Korrektur durch Vergleich mit örtlichem Niederschlags-Messtrichter)

 

Der August 2020 im Detail


Die Klimatologie (Vergleich zum 30-Jahres-Mittel 1981-2010)

Der August 2020 verlief im Vergleich zum langjährigen Mittel um 1,5 Grad zu warm. Wenn man auf die letzten 10 Jahre blickt, waren jedenfalls schon wesentlich heißere Auguste zu verzeichnen. Zudem war er sehr niederschlagsreich, dafür sorgten drei Regenperioden, eine kurze zu Monatsbeginn, eine ausgedehnte zur Monatsmitte und eine ebenfalls markante am Monatsende bis zum 1. September. In Summe verzeichnen wir 189,4 mm Regen, was einem Plus von 100 Prozent entspricht, also doppelt so viel wie normal üblich. Dennoch kam die Sonne nicht zu kurz, denn während der sommerlich heißen Wetterphasen schien sie häufig ungetrübt. So konnten 262,5 Stunden Sonnenschein registriert werden, ein Plus von knapp 15 Prozent im Vergleich zum Klimamittel.


Der Wetterverlauf

Im August 2020 hatte vornehmlich ein unbeständiger Wettercharakter das Sagen, es gab aber auch längere sommerlich heiße Wetterphasen. Das Azorenhoch, das um diese Jahreszeit häufig beständiges Wetter und Trockenheit bringt, konnte sich heuer jedoch nicht durchsetzen. Schon zu Beginn (3. bis 5.) sorgte ein von Nordwesteuropa in Richtung Italien vorstoßendes Tief für einige Schauer und Gewitter. Zur Monatsmitte stellte sich mit einem weiteren, die Alpen umrundenden Tief erneut eine niederschlagsreiche Wetterphase ein, die vom (11.) bis zum (17.) andauerte. Insbesondere am (16.) kamen dabei große Regenmengen von 52 mm zusammen. Gegen Monatsende regnete es erneut häufig. Vom (29.) bis zum (31.) akkumulierten sich weitere 44 mm. Am darauffolgenden 1. September fielen weitere 32 mm.
Sonnig und heiß war es gleich zu Beginn (1. und 2.) sowie vom (6.) bis zum (10.) und erneut meist sonnig und sehr warm vom (19.) bis zum (29.) des Monats. Dies hatte zur Folge, dass es ob des vielen Regens auch beim Sonnenschein positive Abweichungen gibt.
Das erlebte Wetter im August 2020 ist eindeutig dem Klimawandel zuzuschreiben. Regenereignisse sind meist heftig und bringen große Niederschlagsmengen, dazwischen scheint aber tagelang ungetrübt die Sonne und dazu ist es überdurchschnittlich warm oder eben heiß.


 

Hollenthon-Panorama - 4. August 2020, 19:30 Uhr

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Mag. Martin A. Puchegger | Langobardenstraße 126, A-1220 Wien | www.hollenthon.at | +43 (0)680 20 34543

F O T O G A L E R I E

a

1. August 2020, 19:30 Uhr: Sonnenschein und Kornreife.


6. August 2020, 06:00 Uhr: Erste wärmende Sonnenstrahlen.

9. August 2020, 06:00 Uhr: Der Tag beginnt.


10. August 2020, 20:00 Uhr: Die Wolkentürme der abendlichen Gewitter im Seewinkel leuchten bis zur Buckligen Welt.

11. August 2020, 12:00 Uhr: Die Atmosphäre kocht.

12. August 2020, 13:00 Uhr: Das Korn ist eingebracht und das Wetter weiterhin schön, bei ein paar harmlosen Quellwolken.

14. August 2020, 16:30 Uhr: Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet.


14. August 2020, 18:30 Uhr: Regentropfen glitzern im Sonnenlicht und in Richtung Norden ragt der imposante Wolkenturm eines heftigen Gewitters drohend senkrecht empor.


14. August 2020, 18:30 Uhr: Ein Regenbogen entspringt Hollenthon.


15. August 2020, 13:30 Uhr: Über dem Geschriebenstein hat sich ein Gewitter zusammengebraut.


15. August 2020, 15:30 Uhr: Größere Quellwolken bringen kurze Regenschauer.


16. August 2020, 19:00 Uhr: Nach dem Regen dampft der Wald förmlich.


17. August 2020, 13:00 Uhr: Der Böenkragen eines heftigen Gewitters dehnt sich von Norden her wie ein Walfischmund über Hollenthon aus.


17. August 2020, 16:30 Uhr: Man könnte meinen, man steht hier in Mordor und erspäht von außen her ein wenig Licht.


19. August 2020, 16:00 Uhr: Hier ergibt sich mit Gewittern in der Ferne über dem Weinviertel und Nordungarn ein malerisches Bild.


19. August 2020, 19:30 Uhr: Die untergehende Sonne zaubert tolle Lichtspiele.


22. August 2020, 15:00 Uhr: Während einer Hochzeit droht ein schweres Gewitter von Nordwesten her überzugreifen. Letztendlich hat es Petrus aber gut mit der Hochzeitsgesellschaft gemeint.


24. August 2020, 19:30 Uhr: Die Lichtstrahlen der untergehenden Sonne tauchen die Landschaft in warme Rottöne.


27. August 2020, 06:00 Uhr: Cirrocumulus-Wolken sorgen für ein prächtiges Morgenrot.


27. August 2020, 09:00 Uhr: Nach der Ernte sprießt auf den geeggten Feldern dank reichlich Regen wider frisches Grün.


29. August 2020, 18:00 Uhr: Ein heftiges Gewitter, das sich im Westen Sloweniens bildete und auf seinem Weg nach Nordosten in der Steiermark und im Burgenland für teils erhebliche Schäden durch Hagel, Starkregen und Sturmböen sorgte, zieht nach Ungarn ab. Der nette Regenbogen trügt, hier fallen noch immer Hagelkörner von mehreren Zentimetern Durchmesser.


30. August 2020, 06:30 Uhr: Ein glorreicher Morgen mit golden schimmernden Altocumulus-Wolken und Hangnebel im Tal.